Mzungu-story TEIL 1
Zunaechst ersteinmal: Uns geht es ganz gut. Doxy zeigt seine zwar ein wenig seine Nebenwirkungen und das Wasser ist noch immer stinkend und ab und an mit Bienen versetzt. Ihr glaubt gar nicht, wie sparsam wir leben. Zum Duschen sind 1 Liter und Duschen mit Haare waschen (gilt nur fuer Personen mit langen Haaren) sind max. 4 Liter erlaubt. Denn wir haben noch ein wenig sauberes Wasser in der Riesentonne in unserem Badezimmer. Zum Trinken und Zaehneputzen koennen wir auch noch nicht wieder das Wasser vom Filterkanister in der Kueche nehmen. Leider ist seit gestern wieder teilweise selbst das stinkende Wasser alle und nix kommt mehr aus der Leitung. Das macht so manche notwendige Aktivitaet im Badezimmer zu einer grossen Herausforderung… Denn auch das Brunnenwasser im Hof zeigt sich von seiner schlechten Seite. Wenn wir zureckkommen haltet bitte die Badewanne bereit! Ihr koennt auch kaltes Wasser benutzen. Kein Problem. Wir sind da laengst abgehaertet.
Wir wissen schon gar nicht mehr, wann wir zum letzten mal Internet hatten. Zuletzt kamen wir immer erst bei Dunkelheit aus dem Krankenhaus. Da lediglich Peter die Patienten – mit unserer mehr oder weniger produktiven Hilfe abarbeitet, dauert das ganze dementsprechend lange. Man muss aber zugeben, dass wir einiges von ihm lernen und er sich wirklich Zeit nimmt.
Seit Sonntag haben wir auch im Guesthouse Zuwachs bekommen. Manuel, ein weiterer deutscher Student hat sich zu uns gesellt. Zusammen haben wir etwas Halbwissen und schlagen uns durch den Lugala-Klinikalltag.
Was haben wir seit einer Woche erlebt? Nach unserem selbstaendigen Einkauf in Malyni am letzten Wochenende freuten wir uns auf ein leckeres Abendessen der afrikanischen Kueche. Also schnippelten wir das das Zeug halt und liessen das Essen gefuehlte Ewigkeiten koecheln… Und es wurde und wurde nicht richtig weich… Am Ende gabs naemlich statt unserem geliebten Mangold gekochten Salat… So gut ist unser Swahili also doch noch nicht…
Deshalb haben wir auch am Sonntag beschlossen Manuel vor unserem Kochkuensten zu schonen und sind stattdessen mit Mikali- der Fahrer des Krankenhauses, unserem lieben Nachbarn Joshua und Manuel nach Malyni gefahren. Es gab Chipsi Mayai (Marinas absolutes Lieblingsessen). In einem Restaurant in Malyni. Gleichzeitig nutzten wir die Gelegenheit Wasser zu kaufen. Heute am Freitag sieht das ganze schon ganz gut aus. Vielleicht koennen wir noch eine ordentliche Dusche nehmen, bevor wir uns am 23.8. in RIchtung Daressalam begeben. Bis jetzt gucken aber noch Bienenbeinchen durch den Duschkopf… Na ja pole, pole! Wird schon irgendwie.
Montag ging es wie jede Woche zur grossen Visite. Die Besonderheit Peter war die ganze Zeit dabei. Dadurch ging das ganze auch ein wenig zuegiger. Wir fuchsten uns durch die einzelnen Zimmer, bis wir zu einem kleinen Kind kamen, welches wie ein Hauefchen Elend in den Armen seiner Urgrossmutter lag. Die Mutter hatte sich aus dem Staub gemacht. Und die bibi (Oma) gab ihr bestes. So wie das immer Omas machen. Aber die Mutter ersetzen kann sie eben nicht. Das Kindchen ist total unterernaehrt. Und peter meinte, wir koennten es sofort zu uns nehmen und aufpepeln. Das haette er schon viele Male getan und die Kinder dann in einem guten Zustand wieder in die Familie gegeben. Die Uroma wollte mit dem kleinen nach Hause. Haette Peter das jetzt zugelassen, dann waere das Kind sehr bald gestorben.
Ein weiteres Kind, welches definitiv in absehbarer Zeit sterben wird, war ein kleiner 4jaehriger Junge. Beide Eltern sind positiv. Da es aus dem Stamm der Sukuma kommt, ist es nicht verwunderlich, dass der Vater noch 3 andere Frauen hat… und die wiederum ebenfalls Kinder… Das arme kleine Ding war total aufgeblaeht, hat ueberall Oedeme und wimmert vor sich hin. Sein kleines Geschwisterchen sah ganz gut aus. Wir hoffen sehr, dass sich dieses nicht angesteckt hat… Die Chance ist ja nicht ganz so gering. Man sieht so manches Schicksal, aber wir kommen gut damit zurecht. Und wir hoffen, dass wir dem ein oder anderen Patienten helfen konnten.
Da Peter ja mit uns alleine Vorlieb nehmen musste, arbeiteten wir viel am Patienten und vor allem LANGE!!! Bis zur Dunkelheit ist quasi schon normal. Deshalb setzte sich Marina am Dienstag kurzzeitig ab und verschwand in den Administrationsblock um unsere Safari zu organisieren… Irgendwann klingelte Katharinas Handy “Hallo, kannst du mal kommen und nen Schluessel mitbringen? Ich bin eingesperrt und komm hier nicht mehr raus…” Marina konnte nur noch im Dunkeln mit Handytaschenlampe durch die Gitterstaebe leuchten und hoffen, dass sie jemand fand. Letztendlich endete das ganze im Guten und Marina musste nicht bei den Fledermauesen schlafen.
So viel erst einmal zum ersten Teil der Woche. Der Rest folgt heut spaeter




juliaundpatrick am 06.Sep 12  |  Permalink
Das ist echt interessant, kamen leider erst heute dazu, aber haben ganz viel an unsere Katharina gedacht! Der kleine afrikanische Konrad ist echt süß (nicht wie der deutsche).:-) Freuen uns auf deine Rückkehr und hoffen du hast ganz viel erlebt und bringst viele viele Bilder mit. Lg