Lebenszeichen!
Leider konnten wir uns die letzten Tage nicht melden, da es hier im Busch ab und zu mal etwas schwierig ist mit dem Internet…
Wir hoffen, dass wir heute am Donnerstag den 9. August endlich mal wieder etwas schreiben koennen. Doch bisher sieht es schlecht aus. Die Laempchen leuchten nur orange und nicht wie erhofft gelb…
Tjaaa, also wir wollen schon… nur das Internet hier will nicht so recht…
Nun aber ein paar der erhofften Informationen ueber unser Befinden. Nachdem nun jeder noch mal instruiert wurde, uns naehen zu lassen, kam auch Marina zum Zug und verpasste einer Frau eine wunderschoene Naht auf dem Handruecken. Kosmetisch einwandfrei.
Letzte Woche haben wir bereits von einem kleinen Patienten berichtet, der im Nirgendwo sich einer Beschneidung unterziehen musste. Leider sieht es Tag fuer Tag schlimmer aus… Und wir wissen nicht so recht, wie wir ihm helfen koennen. Das verordnete Sitzbad wird auch nicht wirklich oft durchgefuehrt und die Infektion hat sich ein wenig ausgebreitet…
Kurz vor Feierabend erschien noch ein junger sportlicher Mann, der beim Rennen in ein Loch gefallen war. Trotz intaktem Wadenbein, ist das Schienbein ordentlich zertruemmert. Leider hat er bis jetzt keine OP erhalten, da sich das ganze schwieriger als erwartet darstellt… Wir hoffen, dass er morgen endlich operiert wird. Vielleicht ja sogar auf dem neuem OP-tisch, der am Dienstag aus Torgau ankam…
So nebenbei erfuhren wir, dass Mittwoch ein Feiertag sei und keiner zur Arbeit kommt.
Also hatten wir gestern einen ruhigen Tag. Nach dem Fruehstueck schlugen wir den Weg in Richtung Krankenhaus ein, um uns ein paar Patienten anzusehen und in der Maternaty den Beatmungsbeutel fuer die Neugeborenen zu schrubben… Gesagt getan… Blitzeblank legten wir es in eine Kiste und hofften das beste.
Heute morgen fand ersteinmal ein Kaiserschnitt statt. Und siehe da, unser gestriegelter Ambubeutel fand sich ebenfalls im OP-saal ein. Nun duerft ihr mal raten, in welchem Zustand er ankam…
Gelb, dreckig, voller Miniameisen… Juhu, unser Anliegen hat Fruechte getragen.
Vom heutigen Tage koennen wir ansonsten ueber die huebsche Riesennaht von Katharina an einem Hoden berichten. Das wolltet ihr jetzt bestimmt alle wissen :-D
Heute Abend warden wir von Lusicello ins Embassy eingeladen. Er geht leider ab Morgen in den Urlaub und kommt erst an unserem letzten Tag zurueck. Alle die ihn von seinem Besuch in Torgau vor 5 Jahren kannten, Lusicello moechte in 2 Jahren wir einen Monat wiederkommen, um sich in Gynaekologie weiterzubilden. Wir freuen uns schon jetzt auf seinen Besuch.
Zu guter Letzt noch ein paar Infos ueber neugeschlossene Freundschaften in Tansania. Abgesehen, von Lusicello sind auch die Kinder hier im Ort sehr zugaenglich und besuchen uns taeglich auf unserer Terasse. Leider lockt dies auch unliebsamere Personen an. So wurden wir in den letzten Tagen immer wieder angebettelt. Jeder hat eine andere Story und der eine sagt er mal nix und steht schweigend da, andere sitzend zusammengekauert vor dem Haus, wieder andere sprechen uns in einem nahezu perfekten Englisch an. Frauen wollen Bananen, einer moechte seine Ausbildung finanziert bekommen, oder aber sie haben Schmerzen und wollen Medikamente… Mehr als “Sina (hela)” koennen wir ihnen nicht entgegnen. Und selbst wenn wir jemandem Geld geben wuerden, stuenden am naechsten Tag noch mehr vor der Tuer. Zumal nicht unbedingt diejenigen, die in der Ambulanz waren und gesagt bekommen haben, wie teuer die Behandlung ist bzw. jene, welche nur in Lumpen umherlaufem vor dem Guesthouse stehen. Eher sehen wir vor der Tuer Menschen, denen es ein Stueck besser geht, als vielen anderen…
marimarii am 09. August 12
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