Happy End
Hallo ihr lieben mamas, babas, mses, babus,bibis,kakas,dogos, rafikis und alle anderen! Heute wieder ein Beitrag aus Afrika…Aber vorab das mit den Bildern will nicht so richtig klappen… Tut uns leid… wir versuchen es weiterhin…
Eigentlich war der Plan gleich gestern zu schreiben, da es ein sehr beeindruckender Tag war. Da wir aber erst 18 Uhr Feierabend hatten und hundemuede waren, gibts erst heute einen neuen Erfahrungsbericht aus Lugala.
Doch bevor wir zum gestrigen Tag kommen noch einen kurzen Nachtrag zu Donnerstag: Am Abend wurden wir typisch afrikanisch bekocht… Es gab Hahn. Naja so ein bisschen Fleisch in unserem sehr vegetarischen Speiseplan klingt doch gut. Aso oeffnete Onesmo den Deckel… Was sprang uns da entgegen????? Ein Hahnenkopf… Den ass die Gastgeberin, Onesmos Frau Maria. Doch da ein Hahn ja nicht nur einen Kopf hat, wurde Marina kurzerhand ein Hahnenfuss aufgetischt. Leider konnten wir den aufkeimenden Brechreiz von Katharina nicht filmen, sodas es eurer Fantasie ueberlassen ist. Armer Kikihahn… Wohingegen Katharina sich auf v.a. ndizi (Bananen) und Gebaeck beschraenkte, genoss Marina den Fuss. JAAAAA er hat tatsaechlich geschmeckt! Katharina tat es wirklich leid und ass auch ein wenig Hahn. Man wollte ja nicht den Gastgeber veraergern…
Nun aber zum gestrigen Arbeitstag. Wie auch am Donnerstag trennten sich unsere Wege nach dem Morgenmeeting. Marina beschloss heute der Visite auf der Ward beizuwohnen. Dort gab es wie die Tage zuvor beeindruckende Bilder zu sehen. Wieder einmal gab es Neuaufnahmen von Brandverletzten. Stellt euch vor, 2/3 eures Koerpers waeren verbrannt. Und das oberflaechlich, d.h. massive Schmerzen!!!
Katharina unterdessen verschlug es…. Na nun ratet mal wohin… in die Geburtshilfe. Dort befanden sich zwei Patientinnen im Kreissaal. Um euch ein wenig naeher zu bringen, wie hier ein Kreissaal aussieht… Ein quadratischer Raum, der gleichzeitig als Aufenthaltsraum fuer das Personal dient (also Hebammen und Azubis, im Schnitt 3-5 Leute) besitzt 3 Liegen, die parallel zueinander stehen und von ein paar Stoffbahnen getrennt werden. Ausserdem gibt es noch einen Miniuntersuchungstisch wenn doch mal 3 gleichzeitig gebaehren und eine weitere werdende Mutter zur vaginalen Untersuchung muss.
Neben den Liegen stehen Schuesseln zur Entleerung von Harnblase und Magen. Und am Fenster steht ein Tisch zur Untersuchung der Neugeborenen. Dort befindet sich auch eine Waermelampe, der Absaugapparat und eine Waage. So viel zum Kreissaal spaeter mehr.
Eine weitere Patientin benoetigte einen Ultraschall und so nahm sich Katharina ihrer an. Sie machte sich auf den Weg in die Ambulanz und schallte die Patientin. Da Katharina und Marina bereits alle Koerperteile auf Swahili beherrschen (oder fast alle) war es ausnahmsweise kein Problem der Patientin die Koerperteile ihres Kindes zu zeigen.
Nach dieser Untersuchung kontaktierte Katharina ihre Kollegin Marina. Diese schlug sich zum Zeitpunkt bereits 2 1/2 Stunden wacker in der Visite. Sie beschlossen zusammen den Weg zurueck zum Kreissaal zu gehen und vielleicht endlich nach einer Woche einer normalen Geburt beizuwohnen. Und siehe da…. Eine der beiden Gebaehrenden hatte bereits entbunden …
Zur 2. Geburt kamen beide aber gerade puenktlich. Schnell bekam man eine Gummischuerze umgeschnallt und schwupp die wupp, anders kann man es nicht bezeichnen, war ein kleiner Junge geboren. Der kleine Pfundskerl wurde nun von der Hebamme versorgt und Marina versuchte ihr noch frisches Neurologiewissen anzuwenden. Mutter und Kind waren wohlauf und die beiden Rinas ebenso.
Bald folgte die naechste Geburt. Man muss ehrlich zugeben, dass wir beide der Ueberzeugung waren, das erste tote Neugeborene zu sehen. Voellig blau und nicht atmend kam es auf die Welt und wollte sich auch nicht erholen. Die Hebamme schuettelte es, saugte es ab, rubbelte und pustete- nix. Doch dann siehe da, eine Regung. Also wurde das Kind weit abgesaugt und anschliessend in die hier ueblichen Tuecher gewickelt. Nun uberliess man es sich selbst. Wir beschlossen jedoch unser bestes zu geben und waermten das kleine Maedchen mit Lampe und unserem eigenen Koerper. Und sie hat es wirklich geschafft. Wir liessen erst von ihr, als sie nach einigen Stunden schrie. Dies war wohl der schoenste Augenblick der ganzen Woche.
Inzwischen hatte sich eine weitere Gebaehrende eingefunden. Triefend vor Schweiss gab sie ihr bestes. Allerdings wollte das Kind nicht so recht kommen. Also wurde auch sie zum Ultraschall buchsiert und festgestellt, dass ein Kaiserschnitt dringend notwendig war. Also asssierte Marina das erste Mal bei einem Kaiserschnitt. Und da wir ja nun gesehen haben, wie das mit dem naehen geht, sind wir das naechste Mal an der Reihe.
Nach diesem gestrigen Hoehepunkt der Woche haben wir doch jetzt ein ruhiges Wochenende verdient oder? Also euch ebenso ein schoenes Wochenende! Wir haben euch zu viele Sonnenstrahlen geschickt, sodas es heute in Deutschland tatsaechlich waermer ist als hier in Tansania. Also seid so lieb und schickt ein paar zurueck! Ahsante sana!
Kwa heri ya kuonana!
marimarii am 04. August 12
|
Permalink
|
0 Kommentare
|
kommentieren
Und dann waren es nur noch 6 Wochen in Tansania
Hallo ihr lieben daheim in Deutschland!
Wir haben ja noch gar kein Foto hochgeladen... Damit ihr seht, wie schoen es hier ist und wir uns wohlfuehlen werden wir versuchen ein paar Bilder online zu stellen.
Nun zu den Erfahrungen des heutigen Tages...
Nach dem Morgenmeeting wagten wir einen gewaltigen Schritt und trennten uns. Ja so schwer es uns auch fiel, es war besser so. :-) Katharina flog aus in die Ward um das Fuerchten zu lernen- bzw um sich umgeben von einer Horde Auszubildender durch die Visite zu kaempfen.
So sah sie sifch Patient fuer Patient mit Yusephad (fuer richtige Orthographie keinerlei gewaehr) und einer Rosakleidchen-Wolke an. Die Krankenschwesterschuelerinnen tragen naemlich huebsche rosa Kleidchen mit weissem Kragen :-) Das gebrochene Swahili ist hierbei kaum ein Problem. Alle versuchen einem neue Woerter beizubringen. Die schoensten Worter des Tages lauten heute: kutapika (Erbrechen) und kuharisha (Durchfall). Gewappnet mit diesem neuem Wortschatz kann kaum noch etwas schiefgehen. Sodass Katharina sich sogar traute einem Kind zu sagen, dass dieses nach Hause darf. Er reagierte mit riesigen Augen zum Arzt Yusephad: Darf Mzungu (Europaer) mich einfach nach Hause entlassen? Ist das erlaubt?
Marina hingegen entschloss sich im OP zu assistieren. Nyangi (ein weiterer sehr netter Arzt) operierte heute morgen am Arm. Also nix wie ran, sofort wird sich gewaschen. Marina verschwand in gruene OP-Kleidung fuer XXL-Maenner und stellte sich als hilfreicher Assistent dar. So stopfte sie Tuch fuer Tuch in die Wunde, wenn der Arzt etwas murmelte. Sie verstand es nicht immer. Aber da er nix erwiderte, scheint sie alles richtig gemacht zu haben.
Ab Mittag waren Katharina und Marina wieder vereint in der Ambulanz, die sich quasi neben dem OP befindet. Sie untersuchten eine Patienten hier, trockneten Kindertraenen mit HappyHippo-Figuren aus dem Ueberraschungsei und schwitzten, als der Chef Dr. Peter Halbwissen aus ihnen herauszubekommen versuchte.
Geschafft beendeten wir heute erst spaet unsere Arbeit und schluerfen nun gemaechlich zurueck ins Guesthouse- immer schoen POLE,POLE! Und was das heisst, wisst ihr ja schon :) Bis bald!
marimarii am 02. August 12
|
Permalink
|
1 Kommentar
|
kommentieren
Ein neuer Tag in Lugala
Langsam aber langsam finden wir uns zurecht im Krankenhaus. Katharina verlaueft sich nur noch ab und an und der ein oder andere hat sich schon unsere Namen gemerkt… Allerdings macht Marina allen zu schaffen- selbstverstaendlich nur der Name :).
Ansonsten ist langsam, langsam hier auch das Motto- Pole, pole! Daran muss sich Katharina ersteinmal gewoehnen und ihre neugewonnene L-Thyroxin-Energie runterschlucken.
Der Block wird in den naechsten Tagen etwas medizinischer… Wir hoffen, dass es euch trotzdem interessiert und ihr weiterhin unseren Blog lesen werdet.
Heute morgen haben wir das uralte EKG-Geraet entstaubt. Marina hat anschliessend Unterricht in dessen Bedienung gegeben. Nach diesem Erfolgserlebnis verbrachten wir den weiteren Tag v.a. in der Ambulanz und unterstuetzten Lussicello und Yanki- zwei sehr nette Aerzte bei den Untersuchungen. Dabei faellt das ein oder andere doch ab und zu auf… Zum Beispiel wundern wir uns, wie man mit Anfang 20 schon 8 Kinder haben kann. Das erste soll geboren worden sein, als die Mutter gerade selber 9 Jahre war. Zu diesem Zeitpunkt war sie aber noch nicht in der Lage Kinder zu zeugen- laut Anamnesebogen. Aber das ist hier normaler Alltag. Viele Menschen wissen nicht wie alt sie sind und man selber kann es auch nur schlecht abschaetzen.
Der heutige Tag brannte vor allem 2 Bilder in unserem Kopf, ein Maedchen mit aufgespiestem Unterleib (sie ist vom Baum gefallen) und ein Junge, dessen grosser Zeh nicht mehr zu retten ist (Es soll jemand draufgetreten sein).
So ihr lieben, langsam kommt der Hunger. Hier ist es bereits eine Stunde spaeter also 18.17. Und unsere Mitbewohner Saundrine und ihr Freund kochen heute Pastaaaaaa!!! :-)
Wir sind gespannt, was die Woche noch so bringen wird. Sicherlich viele neue Erfahrungen. Wir freuen uns darauf und halten euch natuerlich auf dem Laufenden!
Wir senden euch ein paar Sonnenstrahlen aus dem warmen tansanianischen Winter… Wir wollen gar nicht wissen, wie warm es hier im Sommer ist… Bis bald
marimarii am 01. August 12
|
Permalink
|
1 Kommentar
|
kommentieren