Samstag, 4. August 2012
Happy End
Hallo ihr lieben mamas, babas, mses, babus,bibis,kakas,dogos, rafikis und alle anderen! Heute wieder ein Beitrag aus Afrika…Aber vorab das mit den Bildern will nicht so richtig klappen… Tut uns leid… wir versuchen es weiterhin…
Eigentlich war der Plan gleich gestern zu schreiben, da es ein sehr beeindruckender Tag war. Da wir aber erst 18 Uhr Feierabend hatten und hundemuede waren, gibts erst heute einen neuen Erfahrungsbericht aus Lugala.
Doch bevor wir zum gestrigen Tag kommen noch einen kurzen Nachtrag zu Donnerstag: Am Abend wurden wir typisch afrikanisch bekocht… Es gab Hahn. Naja so ein bisschen Fleisch in unserem sehr vegetarischen Speiseplan klingt doch gut. Aso oeffnete Onesmo den Deckel… Was sprang uns da entgegen????? Ein Hahnenkopf… Den ass die Gastgeberin, Onesmos Frau Maria. Doch da ein Hahn ja nicht nur einen Kopf hat, wurde Marina kurzerhand ein Hahnenfuss aufgetischt. Leider konnten wir den aufkeimenden Brechreiz von Katharina nicht filmen, sodas es eurer Fantasie ueberlassen ist. Armer Kikihahn… Wohingegen Katharina sich auf v.a. ndizi (Bananen) und Gebaeck beschraenkte, genoss Marina den Fuss. JAAAAA er hat tatsaechlich geschmeckt! Katharina tat es wirklich leid und ass auch ein wenig Hahn. Man wollte ja nicht den Gastgeber veraergern…

Nun aber zum gestrigen Arbeitstag. Wie auch am Donnerstag trennten sich unsere Wege nach dem Morgenmeeting. Marina beschloss heute der Visite auf der Ward beizuwohnen. Dort gab es wie die Tage zuvor beeindruckende Bilder zu sehen. Wieder einmal gab es Neuaufnahmen von Brandverletzten. Stellt euch vor, 2/3 eures Koerpers waeren verbrannt. Und das oberflaechlich, d.h. massive Schmerzen!!!
Katharina unterdessen verschlug es…. Na nun ratet mal wohin… in die Geburtshilfe. Dort befanden sich zwei Patientinnen im Kreissaal. Um euch ein wenig naeher zu bringen, wie hier ein Kreissaal aussieht… Ein quadratischer Raum, der gleichzeitig als Aufenthaltsraum fuer das Personal dient (also Hebammen und Azubis, im Schnitt 3-5 Leute) besitzt 3 Liegen, die parallel zueinander stehen und von ein paar Stoffbahnen getrennt werden. Ausserdem gibt es noch einen Miniuntersuchungstisch wenn doch mal 3 gleichzeitig gebaehren und eine weitere werdende Mutter zur vaginalen Untersuchung muss.
Neben den Liegen stehen Schuesseln zur Entleerung von Harnblase und Magen. Und am Fenster steht ein Tisch zur Untersuchung der Neugeborenen. Dort befindet sich auch eine Waermelampe, der Absaugapparat und eine Waage. So viel zum Kreissaal spaeter mehr.
Eine weitere Patientin benoetigte einen Ultraschall und so nahm sich Katharina ihrer an. Sie machte sich auf den Weg in die Ambulanz und schallte die Patientin. Da Katharina und Marina bereits alle Koerperteile auf Swahili beherrschen (oder fast alle) war es ausnahmsweise kein Problem der Patientin die Koerperteile ihres Kindes zu zeigen.
Nach dieser Untersuchung kontaktierte Katharina ihre Kollegin Marina. Diese schlug sich zum Zeitpunkt bereits 2 1/2 Stunden wacker in der Visite. Sie beschlossen zusammen den Weg zurueck zum Kreissaal zu gehen und vielleicht endlich nach einer Woche einer normalen Geburt beizuwohnen. Und siehe da…. Eine der beiden Gebaehrenden hatte bereits entbunden …
Zur 2. Geburt kamen beide aber gerade puenktlich. Schnell bekam man eine Gummischuerze umgeschnallt und schwupp die wupp, anders kann man es nicht bezeichnen, war ein kleiner Junge geboren. Der kleine Pfundskerl wurde nun von der Hebamme versorgt und Marina versuchte ihr noch frisches Neurologiewissen anzuwenden. Mutter und Kind waren wohlauf und die beiden Rinas ebenso.
Bald folgte die naechste Geburt. Man muss ehrlich zugeben, dass wir beide der Ueberzeugung waren, das erste tote Neugeborene zu sehen. Voellig blau und nicht atmend kam es auf die Welt und wollte sich auch nicht erholen. Die Hebamme schuettelte es, saugte es ab, rubbelte und pustete- nix. Doch dann siehe da, eine Regung. Also wurde das Kind weit abgesaugt und anschliessend in die hier ueblichen Tuecher gewickelt. Nun uberliess man es sich selbst. Wir beschlossen jedoch unser bestes zu geben und waermten das kleine Maedchen mit Lampe und unserem eigenen Koerper. Und sie hat es wirklich geschafft. Wir liessen erst von ihr, als sie nach einigen Stunden schrie. Dies war wohl der schoenste Augenblick der ganzen Woche.
Inzwischen hatte sich eine weitere Gebaehrende eingefunden. Triefend vor Schweiss gab sie ihr bestes. Allerdings wollte das Kind nicht so recht kommen. Also wurde auch sie zum Ultraschall buchsiert und festgestellt, dass ein Kaiserschnitt dringend notwendig war. Also asssierte Marina das erste Mal bei einem Kaiserschnitt. Und da wir ja nun gesehen haben, wie das mit dem naehen geht, sind wir das naechste Mal an der Reihe.
Nach diesem gestrigen Hoehepunkt der Woche haben wir doch jetzt ein ruhiges Wochenende verdient oder? Also euch ebenso ein schoenes Wochenende! Wir haben euch zu viele Sonnenstrahlen geschickt, sodas es heute in Deutschland tatsaechlich waermer ist als hier in Tansania. Also seid so lieb und schickt ein paar zurueck! Ahsante sana!
Kwa heri ya kuonana!